Die Geschichte des Freiherrn Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow (1782-1834) und dessen Frey-Corps

Freiherr Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow (1782-1834)
Freiherr Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow (1782-1834)


Das „Königlich-Preußische Frey-Corps von Lützow“ war ein von 1813 bis 1814 bestehender Freiwiligenverband unter dem Freiherrn Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow (1782-1834). Im Freicorps der „Lützower Jäger“ (auch „Schwarze Jäger dienten ausschließlich Freiwillige (vor allem Studenten) und so genannte Selbstversorger. Die Soldaten erhielten keinen Sold, rüsteten sich selbst aus oder requirierten (konfiszierten, beschlagnahmten) ihren persönlichen Bedarf.

Die Farbe der Uniformen rührte daher, dass Schwarz die einzige Farbe war, mit der sich durch Einfärbung der Alltagskleidung eine einheitliche Uniformfarbe herstellen ließ. Dazu kamen rote Vorstöße und goldfarbene Messingknöpfe. So wurden die Farben Schwarz-Rot und dann Schwarz-Rot-Gold ab 1815 als Farben der Freiheit und Einheit Deutschlands.Die Freiwilligen kämpften u.a. bei Kitzen, in Bremen und an der Görde. Die3. Eskadron Ulanen war die einzige der drei Ulanenescadrons, die den Überfall in Kitzen überstand. Sie wurden erste spät eingegliedert, so dass sie noch in schwarzen Uniformen vor Paris standen.Als „brigandes noirs“, „schwarze Gauner“waren Sie bei ihren Feinden gefürchtet.

Einsegnung des Freikorps Lützow in der Dorfkirche von Rogau
Einsegnung des Freikorps Lützow in der Dorfkirche von Rogau

Am 12. Juni 1815 gründeten sieben Studenten, die im Lützower Freikorps gedient hatten, zusammen mit anderen national gesinnten Studenten die Burschenschaft zu Jena. Diese sieben Studenten wählten die Farben Schwarz, Rot und Gold zu den Farben der Burschenschaft.

Schwarz-Rot-Gold auf dem Hambacher Fest von 1832
Schwarz-Rot-Gold auf dem Hambacher Fest von 1832

Die schwarzen Uniformen mit den rot eingefassten Kragen und den gelben Knöpfen wurden später Vorlage für die schwarz-rot-goldene deutsche Nationalflagge.




Das Grabmal von Ludwig Adolph von Lutzow auf dem Garnisionsfriedhof in Berlin
Das Grabmal von Ludwig Adolph von Lutzow auf dem Garnisionsfriedhof in Berlin

Ihren Hauptverdienst leisteten sie jedoch bei unzähligen Überfällen auf Nachschublinien, Wagenkolonnen und Offiziersquartiere im feindlichen Hinterland. Ab 1814 wurden die Kämpfer für die Einheit und Freiheit Deutschlands mehrheitlich in das Königlich- Preußische Infanterie Regiment 25 und das Königlich- Preußische Ulanenregiment 6 eingegliedert, als welche sie an den Schlachten von Lygny und Waterloo im Jahre 1815 teilnahmen.



Auf Vorposten: Heinrich Hartmann (liegend, links) Theodor Körner (sitzend, mitte) und Friedrich Friesen (stehend, rechts) als Lützower Jäger (Gemälde von Georg Friedrich Kersting 1815)
Auf Vorposten: Heinrich Hartmann (liegend, links) Theodor Körner (sitzend, mitte) und Friedrich Friesen (stehend, rechts) als Lützower Jäger (Gemälde von Georg Friedrich Kersting 1815)

 Lützows Schwarze Jäger“ verdankten ihre Bekanntheit vor allem ihren sehr prominenten Mitgliedern, wie beispielsweise dem 1813 gefallenen Dichter Theodor Körner, der dem Freikorps das bekannte Lied Lützows wilde Jagd widmete.


Lützows wilde Jagd

 1.  Was glänzt dort vom Walde im Sonnenschein?

     Hör's näher und näher brausen.

     Es zieht sich herunter in düstern Reih'n

     und gellende Hörner erschallen darein

     erfüllen die Seele mit Grausen.

     Und wenn ihr die schwarzen Gesellen fragt:

     Das ist, das ist Lützow's wilde, verwegene Jagd.


 2. Was zieht dort rasch durch den finsteren Wald,

    und streift von Bergen zu Bergen?

    Es legt sich in nächtlichen Hinterhalt,

    das Hurrah jauchzt und die Büchse knallt,

    es fallen die fränkischen Schergen.

    Und wenn ihr die schwarzen Jäger fragt:

    Das ist, das ist Lützow's wilde, verwegene Jagd


3. Wo die Reben dort glühen, dort braust der Rhein,

    der Wütrich geborgen sich meinte;

    da naht es schnell mit Gewitterschein,

    und wirft sich mit rüst'gen Armen hinein,

    und springet an's Ufer der Feinde.

    Und wenn ihr die schwarzen Schwimmer fragt:

    Das ist, das ist Lützow's wilde, verwegene Jagd.  

 4. Was braust dort im Tale die laute Schlacht,

    Was schlagen die Schwerter zusammen?

    Wildherzige Reiter schlagen die Schlacht,

    und der Funke der Freiheit ist glühend erwacht,

    und lodert in blutigen Flammen.

    und wenn ihr die schwarzen Reiter fragt:

    Das ist, das ist Lützow's wilde, verwegene Jagd


 5. Was scheidet dort röchelnd vom Sonnenlicht,

    unter winselnde Feinde gebettet?

    Es zuckt der Tod auf dem Angesicht;

    doch die wackern Herzen erzittern nicht,

    das Vaterland ist ja gerettet.

    Und wenn ihr die schwarzen Gefall'nen fragt:

    Das ist, das ist Lützow's wilde, verwegene Jagd


6.  Die wilde  Jagd und die deutsche Jagd,

    auf Henkersblut und Tyrannen!

    Drum, die ihr uns liebt, nicht geweint und geklagt!

    Das Land ist ja frei und der Morgen tagt,

    wenn wir's auch nur sterbend gewannen!

    Und von Enkel zu Enkel sei's nachgesagt:

    Das war, das war Lützow's wilde, verwegene Jagd